Wie haben sich die Menschen in der Steinzeit ernährt? Diese Frage stellten die Lehrer einer Grundschule in Ratekau in Holstein ihren Schülern im Rahmen einer Projektwoche, um gleich danach zu demonstrieren, was die Menschen vor Tausenden von Jahren unternommen haben, um satt zu werden. Diese Demonstration bewegt jetzt die oberste Schulbehörde und das Kultusministerium in Kiel.
Darf man in Anwesenheit von 10-jährigen Kindern einem kleinen Kaninchen mit einem Hammer auf den Kopf schlagen, ihm die Kehle aufschneiden, es ausbluten lassen und ihm dann das Fell über die Ohren ziehen? Die Lehrer in Ratekau taten genau das im Klassenzimmer und luden die Schüler im Anschluss zu einem kleinen Grillfest auf den Schulhof ein. Dass diese Demonstration der Nahrungsbeschaffung aus der Steinzeit bei den Schülern nicht so gut ankam, kann man sich denken. Zumal die Kinder das Kaninchen noch mal streicheln durften, bevor es ihm an den Kragen ging. Einigen Schülern wurde schlecht, andere fingen an zu weinen und viele Kinder weigern sich nach diesem „Anschauungsunterricht“ zu essen oder haben Albträume. Die Pädagogen können die ganze Aufregung überhaupt nicht verstehen, denn sie wollten ihren Schülern doch nur deutlich machen, wie sehr der Mensch doch von der tierischen Nahrung abhängig ist.
Das Kultusministerium in Kiel und auch das Schulamt hatte wenig Verständnis für die fortschrittlichen Pädagogen, die ihren Schülern mal etwas Neues bieten wollten und auch der Tierschutzverein wurde auf den Plan gerufen. Kaninchen sind Wirbeltiere und dürfen nicht so einfach mit einem Hammer betäubt werden, denn dazu benötigt man ein Bolzenschussgerät.
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